Spiderquatsch
Die Eindrücke muss ich gleich festhalten. Eben habe ich mir Spiderman 3 auf DVD angesehen und ich muss sagen: Selten so einen groben Unfug gesehen. Ich darf mal kurz zusammenfassen:
Spiderman wird von seinem besten Freund Harry gejagt, weil dieser glaubt Spiderman hätte wiederum seinen Vater getötet (“Stimmt ja gar nicht”, “Stimmt ja wohl”, “gar nicht”, “wohl”, usw…). Leider stellt sich Harry dabei aber so doof an, dass er erst voll eins auf die Zwölf kriegt und anschließend das Kurzzeitgedächtnis ab Spiderman 1 verliert. Hmmm, blöd das – was machen wir jetzt mit der Handlung?
Naja, zum Glück gibt´s ja noch ein paar ungelegte Eier: Z.B. den Typen, der seinerzeit Spidermans Onkel umgebracht hat. Der ist nämlich aus dem Gefängnis ausgebrochen und *schwuppdiwupp* in ein physikalisches Deformatordingsbums gefallen. Was zur Folge hat, dass er sich nun in ein Sandmännchen verwandelt, welches mal als Sandsturm, mal als Sandriese und mal als Sandtyp (der aber bis auf das T-Shirt dem Ausgangsschurken gleicht) sein Unwesen treibt. Der kämpft dann eben auch mal gegen Spidey (wie man ihn in New York zwischenzeitlich liebevoll nennt), obwohl er ja eigentlich “ein guter Kerl is” (also der Onkelmörder, Spiderman ja eh). Geht aber auch nicht lang, weil Spiderman 3 Mr. Sandman einfach mit ein bisschen Wasser zu Matsch macht. Fertig.
A propos “guter Kerl”: Zwischenzeitlich wird Spiderman von einer geheimnisvollen Masse aus dem Weltraum geentert, die aus ihm einen bösen Buben macht und ihn in eine üble Gothic-Spinne verwandelt (zwei Öhrchen dran und man hätte gleich noch ein Batman-Sequel). Da er zeitgleich von seiner Freundin verlassen wird, bekommt er zwischenzeitlich ziemlich schlechte Laune, die er dann wiederum an Harry auslässt, der aber auch für den ganzen Schlamassel verantwortlich ist: Der hat nämlich mittlerweile sein Gedächtnis wieder und echt ´n Hals auf die Arschkuh-Spinne. Wird aber am Ende alles gut – versprochen!
Vorher allerdings gibt´s noch ´nen neuen Feind. Den Fotografen-Eddie bei der Haus-und-Hof-Zeitung vom Spinnen-August. Der macht ihm nämlich den schlechtbezahlten Tarn-Job streitig. Da der gute Spider aber gerade in seiner bösen Phase ist, vermasselt er ihm gaaaanz schön die Tour (Womit? Mit Recht! sogehtsjaschließlichauchnicht). Dabei will der Spinnenmann gar nicht mehr böse sein und wird die fiese außerirdische Masse wieder los – die stante pede (wie der Lateiner sagt) direkt auf den armen Eddie fällt, der sich daraufhin in Venom verwandelt, einer Kreuzung aus Batman, Spiderman und Predator.
Womit wir beim Finale wären. Dort kämpft der tapfere Harry, der Spiderman plötzlich doch wieder leiden kann, gemeinsam mit dem roten Hampel gegen Sandmännchen und Fotografen-Mutant. Harry und Venom gehen leider drauf und der Sandmann sagt am Schluss, dass er es nicht so gemeint hat. Woraufhin Spidey ein bisschen weinen musss. Aber nur kurz, weil dann nimmt er wieder seine Liebste in den Arm. Vorhang und Applaus!
Ganz nebenbei muss man feststellen, dass nicht nur die Story hanebüchen ist, nein der Film ist handwerklich auch noch schlecht gemacht und pathetischer als alle Howard Carpendale-CDs zusammen. Wie konnte dieser Schmarrn eigentlich alle Rekorde in den US-Amerikanischen Kinos brechen?
Kurzum: Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte sich glücklich schätzen und es lassen.