Emotional
Also ich bin ja wirklich kein Freund der musikalischen Untergattung “Emo“. Dieses herzzerreißende Rumjammern sog. “harter Jungs” wie Maximo Park, The Hated, Jimmy Eat World, Tokio Hotel, 30 Seconds to Mars oder auch Linkin Park regt bei mir lediglich Emotionen, die mich dazu veranlassen etwas kaputt zu machen.
Aber soweit wie die Mexikaner würde ich dann doch nicht gehen. In deren Heimatland erreichen Aktionen gegen Anhänger dieser Subkultur nämlich mittlerweile bürgerkriegsnahe Auswüchse, wie hier berichtet wird.
Anlass zur ernsthaften Sorge, die mittlerweile auch die mexikanische Regierung umtreibt ist das Städtchen Querétaro, wo sich Punks, Skater, Alternative-Rocker und Metal-Anhänger jüngst versammelten (1000 an der Zahl), um die lokale Emo-Szene mal so richtig aufzumischen und aus der Stadt zu vertreiben. Ergebnis der samstäglichen Riot: 24 Festnahmen und vier Verletzte.
Etwas zu weit ging hierbei auch die Begründung der wenig Reue zeigenden Gitarrenfreunde, die die Straßenschlachten mit einer eigens eingerichteten Homepage begleiten: Emo-Fans würden durch die anzunehmende Homosexualität nämlich das Stadtbild gefährden.
Abgesehen davon, dass ich körperliche Gewalt sowieso verabscheue und diese “Alleshomosargumentation” grundsätzlich zum Kotzen finde: Was soll das bringen? Ihr gebt den Jungs nur neuen Inhalt für weitere herzzerreißende, vor Pathos nur so triefende Heulsusenlieder, denen wir uns wiederum auf MTVivantenneeinswr3 stellen müssen. Und da stellt sich für mich doch die Frage, auf wessen Seite die Niederlage tatsächlich zu finden ist.