Music of the crowds
Vor zwei Wochen hat Scott Adams in seinem Dilbert-Blog festgestellt, dass er eigentlich der perfekte Songtexter ist (”It all came together when I realized most songs I enjoy are gibberish. I can TOTALLY write gibberish!”). Und da sogar Paul McCartney zugegeben hat, dass die meisten Beatles-Lieder aus zufällig aneinander gereihten Wörtern bestehen (wer will, kann das hier überprüfen), kam ihm eine Idee, die ich (so ähnlich) bereits vor drei Jahren hatte (ähäm).
Nach festen Regeln (zwei grammatisch korrekte Sätze, die einen tieferen Sinn suggerieren, irgendwie nach Lovestory klingen und weiche, blumige Worte beinhalten) sollten die Leser gemeinsam the next Superhit schreiben. Der Textanfang wurde gleich mitgegeben (”She had runaway eyes and marshmallow kittens. My heart heard a dream like ten thousand gay mittens” - in etwa: “Sie hatte Ausreißer-Augen und Marshmallow-Katzen. Mein Herz hörte einen Traum wie zehntausend schwule Fäustlinge”).
414 Kommentare später war so einiges an unlustigem Mist aber auch einiges, was sich zumindest syntaktisch nach hochtrabender Lyrik anhörte zusammen gekommen. Eine deutsche Band namens Rivo Drei fühlte sich darauf hin dazu genötigt, das Best-Of der geistigen Diarrhö (hab ich eigentlich schonmal erwähnt, dass das mein Lieblingsmedizinbegriff ist?) gleich in ein Lied zu packen, dieses zu vertonen und aufzunehmen.
Et Voilá: Hier ist “She amazes me”- Zugegeben: Kein musikalisches Meisterwerk, aber durchaus in der Lage, sich in dem Einheitsmist called Pop zu behaupten. Und wenn man nicht genau hinhört, klingt das auch alles sehr bedeutungsstrotzend und fast lyrisch.
Tja und weil heutzutage ein Lied ja kein Hit mehr werden kann, wenn es nicht auch die entsprechende visuelle Aufbereitung gibt, kursiert seit drei Tagen auch das passende Musikvideo dazu (ok, den Oscar wird´s hierfür nicht geben…).
Text, Vertonung, Video - und das alles in zwei Wochen - Web 2.0 really works…!