Zweiklassenmedizin
Sorry, aber ich glaube, ich brauch mal eben meine fünf Minuten:
Jedes mal auf´s Neue rege ich mich darüber auf, wenn offensichtlich Privatpatienten Kassenpatienten vorgezogen werden. Da kann der Arzt noch so gut sein, da geht mir einfach das Messer in der Tasche auf. Klar, die Privaten finanzieren die Kassenpatienten mit. Klar, die Artzhonorare sind nicht mehr die von 1988.
Trotzdem sei hier mal an den hippokratischen Eid erinnert: Denken Ärzte heutzutage eigentlich noch an das Wohl des Menschen? Oder nur noch an die finanzielle Optimierung? Und ist meine Zeit als Kassenpatient eigentlich weniger wert als die eines Privatversicherten?
Außerdem gibt´s ja durchaus Kompromisse: Getrennte Privatsprechstunden, z.B. Oder andere Möglichkeiten, um an Geld zu kommen: Wie bspw. Werbung im Wartezimmer - das tut niemandem weh. Aber es ist einfach nicht einzusehen, warum Sozialschmarotzer, die aus dem Solidarsystem ausgetreten sind und damit der Gemeinschaft gekündigt haben dafür auch noch belohnt werden. Ich jedenfalls zahle meine > 400 Euro in die Gemeinschaftskasse.
Und wo ist eigentlich die sog. “große Gesundheitsreform”? Funktioniert in diesem Land alles nur noch über Lobbyismus?
Ich muss aufhören, sonst sitze ich morgen wegen der ganzen Aufregung noch beim Kardiologen. Und wahrscheinlich wieder ewig lange im Wartezimmer…