Sei doch mal ehrlich
Andrew Lloyd Webber ist kein guter Tänzer, da bin ich mir ziemlich sicher. Deswegen sieht man ihn auch nur selten in seinen Produktionen im rosa Tutu über die Bühne hüpfen.
Ob Jan Delay hingegen gut tanzt, weiß ich nicht. Allerdings weiß ich seit gestern, dass er – nur weil er momentan mal wieder gehypte, derzeit sogar mal nicht ausschließlich am Computer hergestellte Was-weiß-ich-hip-hop-oder-so Musik macht – kein guter DJ ist.
Davon konnte ich mich gestern abend im alten englischen Theater überzeugen. Bei der Geburtstagsparty von Julian Smith, wo neben dem im Raumanzug gekleideten und mit Umhängekeyboard rockenden (Yeah!) Disco-Victim Amos und Julian Smith selbst eben auch der Mann mit der Stimme, die klingt als hätte er eine Wäscheklammer am Skrotum die Menge zu unterhalten glaubte.
Leider mit wenig Erfolg. Abgesehen von den handwerklich überschaubaren Qualifikationen (der “Meister” der Übergänge…) war zu keinem Zeitpunkt irgendein roter Faden erkennbar. Oasis reihte sich an Gloria Gaynor, Lenny Kravitz an Run DMC, die Jackson Five an ach-da-hab-ich-schon-nicht-mehr-zugehört. Und als gar nix mehr ging, wurden dann halt mal schnell die eigenen Beginner-Sachen aufgelegt. Man hört sich halt selbst immer noch am liebsten zu…
Glücklicherweise hatte gegen 4 Uhr der Veranstalter (?) dann ein Nachsehen und ließ fortan einen Namenlosen an die Turntables, der die Stimmung dann gerade so noch rettete. Für Jan Delay habe zumindest ich meine 10 EUR Eintritt nicht bezahlt.
P.s.: Die Webseite von genanntem Amos (übrigens der “Imperator of Pop”) lohnt eines genaueren Blicks: Interessante Vermarktungskonzepte hat der Gute…