Google from Hell
“Es gibt nichts, was google nicht weiß” lautet eine gängige Plattitüde (ich hätte schwören können, das schreibt man nur mit zwei “t”s), die zwar nah an der Wahrheit ist, oft aber von Leuten zitiert wird, die eben nicht wissen, was google so alles kann. Dabei könnte es doch so einfach sein…
Zeit also für eine kleine Lehrstunde für all diejenigen, die nach wie vor noch “Wie heißt der Präsident der Vereinigten Staaten” in die Suchzeile eingeben, Zeit für meine - zunächst mal - Top-5 an Kniffen, mit denen man das Maximum aus der populärsten Suchmaschine im Netz holen kann:
Währungsrechner
Sicher nicht neu, trotzdem äußerst hilfreich. Wer bislang vor der Bestellung im britischen T-Shirt-Shop die 54 Pfund mühsam von Hand in Euro umgerechnet hat, kann viel Zeit sparen. Statt zunächst den aktuellen Kurs ´rauszufinden, um dann mühsam von Hand / per Taschenrechner die Umrechnung durchzuführen (”wie war das nochmal mit dem Dreisatz?”), ist fortan google dein Freund und Helfer: Einfach “54 british pound in EUR” in die google Zeile hacken und das Ergebnis wird angezeigt.
Wie? Du weißt aber gerade nicht wie die Südafrikanische Währung heißt? Kein Problem. Gebe “south african currency in EUR” ein - google teilt dir auch das dann mit.
Kennt man die Abkürzungen - umso besser: “USD in EUR funktioniert” genauso. Und auch Umrechnungen vom metrischen ins angloamerikanische Maßsystem sind problemlos möglich: “200 km in miles” oder “20 kg in pound”, usw…
Alternativsuche
Auf der Suche nach einem Programm, was endlich mal besser is, als bspw. das unsägliche Irfan View oder der Winamp? Der Trick ist so einfach, dass ich mich fast schäme. Aber er funktioniert:
Sucht ihr im englischsprachigen Raum, einfach den Suchterm “Better than <Begriff>” eingeben, also bspw. “better than winamp”. Analog bei einer deutschsprachigen Suche “besser als…” (auf hessisch: “besser wie” :o) verwenden. Wichtig ist, hierbei die Anführungszeichen nicht zu vergessen, also eine Phrasensuche durchzuführen.
Ja, die Ergebnisliste ist eine ganz normale Suchergebnisliste und der Trick auch nicht mehr als eine gaaaanz normale Suche. Trotzdem hilft´s, probiert´s aus! Geht übrigens auch anders herum und lässt sich dann für bspw. Produktreviews oder als Unterstützung bei Kaufentscheidungen verwenden.
Wörterbuch
Das ist einer meiner Lieblinge. Gerade mal wieder ein Wort beim Lesen eines Fachartikels nicht parat? Und Wikipedia hilft auch nicht weiter? Wo jetzt nachschauen? Bei google natürlich!
Einfach “define: <Wort>” eingeben und google liefert zurück, was die Quellen so hergeben - sprachübergreifend! Und nicht nur das: Wortverwandschaften werden auch gleich aufgezeigt. Im Folgenden am Beispiel des Wortes “Diarrhoe” (wer hät´s gewusst, dass sich das so schreibt?) aufgezeigt:
Dateisuche
Auf der Suche nach deiner Lieblings-”Bibi Blocksberg”- Kassette (die natürlich zum freien Download freigegeben ist)? Oder doch eher nach der OpenSource-Version von Harry Pothead Potter? Auch hier hilft google - wenn man´s denn richtig macht.
Fangen wir mit dem Beispiel Sounddateien an. Folgende Suchanfrage hilft, all den ganzen Müll, den man sonst so in seiner Ergebnisliste erhält auszugrenzen und sich auf die wirklich relevanten Seiten zu beschränken:
-inurl:html -inurl:htm intitle:”index of” mp3 “bibi blocksberg”
“Häh? Was soll jetzt das?” Laaaangsam, alles ganz einfach: Zunächst wollen wir ja Sounddateien als Ergebnis. Das “-inurl:html -inurl:htm” verhindert, dass HTML-Seiten in der Ergebnisliste auftauchen.
Über “intitle: index of” beschränken wir außerdem die Suche auf Verzeichnisse, in denen Mediendateien grundsätzlich auf dem Server organisiert sind. Der Parameter “intitle” sorgt hier dafür, dass lediglich die Seitentitel nach “index of” durchsucht werden.
“mp3″ sorgt dafür, dass MP3-Dateien gefunden werden (ääh, is klar). Es handelt sich hierbei um keine Dateityp-Einfschränkung. Eine solche kann man durch Ergänzung des Paramters “filetype:mp3″ zwar erreichen, ist aber normalerweise überflüssig. Möchte man mehrere Formate suchen, können diese auch über eine Oder-Verkünpfung verbunden werden (z.B. (ogg|wma|m4a), usw.).
Zuletzt wird der Suchterm angegeben. Das funktioniert so zuverlässig, dass sogar meine doch etwas exotische Suche noch Ergebnisse zeitigt (glaubt mir: Mit “Metallica” wär´s einfach gewesen - aber die klagen ja gleich wieder…).
Und dieses Spielchen funktioniert natürlich mit jedem beliebigen anderen Format: pdf, chm oder zip für eBooks (da das teilweise sehr allgemeine Formate sind, empfiehlt sich die zusätzliche “intitle”-Einschränkung “books|ebooks|bücher”). avi, mpg, mpeg, usw. für Filmdateien - and so on… Sucht man speziell nach Comics, haben die Leute von tech-recipes einen zusätzlichen Tipp.
Google-Cache:
Gerade mal wieder vom besten Freund den absoluten Kracher per Mail bekommen und die Firmen-Policy (und der Firmenproxy) erlaubt keinen Zugriff?
Auch hier hilft google, bzw. der google-Cache: Einfach cache:<seite.de> eingeben et voilá: Die Seite ist sichtbar. Funktioniert auch mit Pfaden auf Unterseiten - Hauptsache google konnte es bereits indizieren.
Und so sieht das dann aus (aber keine “pfui”-Sachen damit anstellen!):
So, das sollte es mal für´s erste gewesen sein. Die nächsten fünf bei Interesse dann in einem separaten Post. Und bis dahin könnt ihr ja auch mal fleißig ergänzen.
Ein´s noch zum Abschluss: Unter google-Trends lassen sich Trends einzelner Themen anhand von Suchanfragen ablesen. Dazu kann man bis zu fünf Suchbegriffe eingeben, diese werden dann anhand der Suchhäufigkeit einerseits auf der Zeitachse, andererseits aufgesplittet nach Ländern ausgewertet.
Die Suchanfrage masturbation, soccer, mtv ergab, dass die Franzosen von allen ausgewerteten Ländern am häufigsten nach “Masturbation” suchen, die Australier nach “soccer” und die Finnen nach “mtv”.
“Erstaunlich, finden Sie nicht?”



