Listen 2007
Das Jahr geht langsam zu Ende, Zeit für den letzten Eintrag vor Jahreswende. Wie sollte es anders sein, beschäftigt sich dieser mit Musik - und mit den Platten die für mich das vergangene Jahr geprägt haben.
Im Folgenden also abseits von den ohnehin ständig gehypten “Arcade Fire”, und “Radiohead”-Platten dieser Welt (die super sind, aber sowieso in jedem Jahresrückblick erwähnt werden) meine persönliche Top-10-Alben des Jahres 2007:
10. Friska Viljor: Bravo
Musik für den Ausflug in den Wahnsinn. Melancholisch, tanzbar, volkstümlich, punkig, mit Mandoline und Akkordeon und einer Stimme irgendwo zwischen Johnossi und Modest Mouse. Abseits der ständigen Britpop-Hysterie eine schwedische Combo, die ich jedem nur ans Herz legen kann. |
9. Malajube: Trompe-L´Oeil
Der Beweis, dass es in Kanada auch abseits von Arcade Fire (schon wieder, sorry) und Stars gute Musik gibt. Absolut höhrenswerte Indierock-Platte mit Weltmusik-Einflüssen, breit produziert und ausschweifend instrumentiert. Und: mit französischen Texten. |
8. !!! - Myth Takes
Das, was die Jungs von !!! (im übrigen “Chk Chk Chk” gesprochen) auf diesem Longplayer abliefern, ist sicher nicht für jedermanns Ohren. Abgefahrener Punk-Funk mit Einflüssen, deren umfassende Beschreibung einer eigenen Doktorarbeit bedürfen. Ist es Elektro? Sind es Gitarren? Egal, es rockt, es groovet und es ist absolut lässig. |
7. Kings of Leon: Because Of The Times
Vier Brüder*, eine Band, ein Meisterwerk. Als einer der Beobachter, die die “Kings of Leon” bereits seit ihrem Erstling aktiv verfolgen, kam ich an dieser Platte 2007 nicht vorbei, und: es hat sich gelohnt. Gewohnt kratzig, wütend, düster, minimalistisch auf den Punkt gebracht und trotz gemeinsamer Tour mit “U2″ (!) sogar etwas dreckiger kommt dieses Album daher. Wer diese Scheibe nicht kennt ist doof! |
6. The Coral: Roots & Echoes
Jetzt ma ruhig, jetzt ma entspannt! Hier sind “The Coral”. Eine Band, die anders als der Name vermuten lässt kein Garagen-Revival zelebrieren. Trotz teils tragischer Texte klingt hier alles entspannt, Northern Soul statt Krawall. Statt “The Clash” hört man hier die Supremes, statt “Velvet Underground” auch mal gerne die Beatles oder The Doors. Diese CD zeugt von wahrem Musikgeschmack. |
5. The Hives - The Black And White Album
Manchmal überrasche ich mich selbst: Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich in der Manier eines Ewiggestrigen den Verlust der Hives-Haftigkeit beweint, mich gegen die Popwerdung gewehrt. Und nun: auf Platz 5. Ja, das Album ist ein Kracher, man kann der erneuten Selbstzelebrierung der fünf Schweden einfach nicht widerstehen. Es ist ruhiger als gewohnt, es ist mehr Pop - aber es ist geil! |
4. Art Brut - It´s A Bit Complicated
Eigentlich muss ich hier nicht mehr viel sagen (weil schon so viele Worte verloren): Die Rock´n´Roll-Philosophen um Eddie Argos haben uns dieses Jahr mit ihrem Zweitling beehrt. Hier lernt man, dass es wichtigere Dinge als einen Kuss der Liebsten gibt, dass Punk Rock beileibe nicht tot ist und wie man den perfekten Hit schreibt. Hören, hören, hören! |
3. Manu Chao - La Radiolina
Nein, ihn darf man hier keinesfalls vergessen: Den kleinen Stöpsel mit der Gitarre. Ja, es ist ein typisches Manu-Chao-Album geworden, eines ohne große Überraschungen, so wie bereits das letzte nicht überrascht hat. Aber es ist das erste seit sechs Jahren und es ist wichtig. Weil hier einer mit ganzem Herzen singt und textet, der der Welt wirklich noch etwas zu sagen hat. Zuhören! |
2. Bloc Party - A Weekend In The City
Bereits im Februar erschien diese Platte - aus meiner damaligen Sicht bereits die Platte des Jahres (knapp daneben). Konnte ich dem in den Spex- und Intro-Redaktionen dieser Welt gehypten Erstling “Silent Alarm” noch wenig abgewinnen, haut mich diese Platte nach wie vor um. Warum? Die Jungs haben den Kopf abgeschaltet, rocken was das Zeug hält und haben auf dieser Platte mindestens drei Indie-Evergreens geschaffen, die man in 10 Jahren noch auf den Tanzfluren dieser Republik hören wird. Wetten? |
1. Babyshambles - Shotters Nation
Überraschung, Überraschung. Jeder, der mich kennt weiß, dass es für mich keine Alternative für die Nummer 1 gibt.Aus meiner Sicht nicht nur die Platte des Jahres, sondern die beste Popscheibe der letzten 3 Jahre - seit dem letzten Libertines-Album eben. Geld schießt vielleicht keine Tore, dafür schreibt Heroin wohl offensichtlich Superhits (traurig aber wahr). Dieses Album hat einfach alles: Leichte, Schwere, Tanz- und Depressionspotenzial. Und “Delivery” ist der Song des Jahres. Man weiß nicht, was man Pete Doherty für 2008 wünschen soll: Weiter so? Musikalisch ohne Zweifel! |
Ich weiß: Es gab noch andere gute Alben (”The Editors”, “Two Gallants”, “The Good, The Bad & The Queen”, “Bright Eyes”, und und und) - aber Top 10 ist nunmal Top 10.
Allen einen guten Rutsch und ein musikalisch ebenbürtiges 2008!
*ok: streng genommen drei Brüder + ein Cousin -> schreibt sich aber nicht so schön!









