Last Man Doping

Während mich die Muse für den letzten Eintrag küsste, habe ich parallel die Berichterstattung zur Tour de France verfolgen können. Eigentlich war ja heute spielfrei (wie man beim Fußball sagt), allerdings ist der Sieger der beiden letzten Etappen, Alexander Winokurow (oder so ähnlich), heute ebenfalls des Dopings überführt worden.

Ich nehm das jetzt doch mal zum Anlass der Sportwelt die ultimative Lösung dieses Problems nahezubringen und damit als “Retter der Tour de France” in die Geschichte einzugehen.

Da man es ja anscheinend die letzten Jahre nicht geschafft hat, das Doping einzudämmen, ist hier schlicht ein radikaler Strategiewechsel notwendig. Stichwort: Institutionalisieren statt bekämpfen!

Ab der nächsten Tour de France gibt es einfach zwei Wertungen: Eine Einzelwertung (d.h. eine Wertung der Fahrer) und eine Konstrukteurswertung. In der “Formel 1″ gibt´s so was schon: Hier gewinnt dasjenige Team die Konstrukteursmeisterschaft, dass das beste Auto baut. Aufmerksame Leser werden nun jedoch feststellen, dass wir bis auf die Teamwagen kaum Autos bei der Tour de France sehen.

Also passen wir ein wenig an: Punkte in der Konstrukteurswertung erhalten diejenigen Teams, die den besten Fahrer “bauen”. Erlaubt ist hierbei alles, was schnell macht. Während es in der “Formel 1″ die Anpassung der Spoiler, das Aufbohren des Motors, die Verringerung des Luftwiderstand sind, werden beim Fahrer Muskelkraft und Leistungsfähigkeit durch Epo, Testosteron und Fremdblut getunt.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn´s alle machen is es wieder fair, außerdem wird die Spannung durch ein zweites Wertungssystem erhöht.

Gäb´s einen Nobelpreis für Sportwissenschaft, ich hätte ihn wohl verdient! Danke, danke!

7 Responses to “Last Man Doping” »»

  1. Comment by Torsten | 07/25/07 at 9:37 am

    Der Haken ist: Wenn in der F1 die Einstellungen des Motors nicht stimmen, und er schon in der Aufwärmrunde explodiert, wie es Ferrari in der Anfangszeit mit Schumi passiert ist, bauen die im nächsten Rennen eine neuen Motor ein. Wenn einem Fahrer bei der Tour de Dope das Herz kollabiert, weil der Blutanteil in seinem Drogencocktail zu hoch war, was dann?

  2. Comment by Jana | 07/25/07 at 7:42 pm

    Ich bin begeistert. Mal sehen, ob da noch ein Radfahrer mitmachen würde :-)

  3. Comment by Jana | 07/25/07 at 8:25 pm

    passend: morgen in “Der Tag”

    hr2 DER TAG - Donnerstag, 26.07.2007

    Die Bluttour: Selbstmord in 20 Etappen

    Ist die Tour de France noch zu retten? Ein Dopingverdächtiger radelt im gelben Trikot, T-Mobile denkt über einen Rückzug aus dem Radsport nach, Patrik Sinkewitz will offenbar auspacken. Schluss mit einer Veranstaltung, in der der Verstoß als Regel gilt? Warum gibt man Doping nicht einfach frei und lässt die Berufsradfahrer sich legal zugrunde richten? Oder man organisiert den Radzirkus wie die Formel I - als Geschäft mit eigenen Regeln, vor allem aber ohne öffentliche Gelder. Bloß hört endlich auf, uns alle und euch selbst zu belügen - sagt Der Tag.

  4. Comment by Joachim | 07/25/07 at 9:18 pm

    Hihi, da wird meine Idee ja gleich an prominenter Stelle aufgenommen (ich kuck gleich mal nach den Referrern - vielleicht ist ja einer von hr2.de dabei)
    @Torsten: In der Formel 1 gibt´s doch auch ´n Ersatzauto…;-)

  5. Comment by Joachim | 07/26/07 at 9:18 am

    Eben in der Rundschau gelesen: Winokurow auf den Vorwurf hin, er hätte mit dem Fremdblut seines Vaters gedopt:

    “Das habe ich auch gerade im Radio gehört. Ich soll das Blut meines Vaters transfundiert haben. Das ist doch absurd. Dann wäre ich nicht positiv auf Fremdblut, sondern auf Wodka getestet worden.” - Für mich das Sportzitat des Jahres!

  6. Comment by Torsten | 07/26/07 at 5:33 pm

    Das hätten wir doch eine neue “Tour de France”: Rundreise durch französische Weingüter. Die meisten Promille gewinnen. Salute!

  7. Comment by Arne | 07/26/07 at 6:19 pm

    Wichtiges Detail: Es sollte dann auch Teams mit dem richtigen Bezug geben, nicht mehr z.B. Gerolsteiner oder T-COM (habe noch keinen Fahrer bei der Tour-de-France mit dem Mobiltelfon am Ohr fahren sehen).
    Vielmehr können dann die Pharmafirmen oder gezielt einzelne Wirkstoffe promotet werden: “Bayer-Schering-Sprinters”, “Team Testosteron” oder “Équipe Epo” fallen da ein…

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