Auf die Ohren

Nachdem mich meine letzte Anlage (Aiwa - gibt´s die eigentlich noch?) geschlagene 15 Jahre begleitet hat und mittlerweile neben dem CD-Spieler auch die Boxen ziemlich am Ende waren, habe ich mir tatsächlich eine neue Produktionsstätte der schönen Töne zugelegt. Zunächst habe ich mich im Saturn quasi vorort informiert und alles, was so an Kompaktanlagen derzeit zu haben ist, ausgiebig getestet. Drei Modelle blieben anschließend vor dem Hintergrund meiner finanziellen Lage und meinen Anforderungen an Sound, Größe und Ästhetik übrig: Ein Modell von Denon, eins von Yamaha und eins von Onkyo.

Die anschließende Internetrecherche hat wenig Neues ergeben, weil zwei der in der engeren Wahl befindlichen Kandidaten (Denon und Yamaha) durch die Bank weg als das Beste in Leistung und Preis gelobt wurde (*schulterklopf*) - abhängig von der Quelle mal die eine, mal die andere. Ich habe mich dann recht schnell für das Yamaha-Modell entschieden, zum einen, weil sie einerseits farblich besser in mein Wohnzimmer passt ;), zum anderen, weil Yamaha die Serie bereits seit einigen Jahren herausbringt - auf konstant hohem Niveau und nicht zuletzt weil sie außerdem die preiswertere der beiden Möglichkeiten darstellte.

Stellte sich im nächsten Schritt die Frage: Mit CD- oder DVD-Player? Eigentlich habe ich bereits mehr als genug Abspielgeräte für die silbernen Videoscheiben. Allerdings habe ich ein Angebot der DVD-Variante gefunden, welches gerade mal neun Euro über der CD-Ausprägung liegt. Also: Her mit der Yamaha Pianocraft E810 b. Bei Amazon in schwarz bei einem Powerseller erhältlich für 345 EUR, statt der 529 EUR Listenpreis. Hier die Daten:

  • 2 x 65 W DIN
  • Pure-Direct-Schalter
  • IPod-Dock über YDS-10
  • Subwoofer-Ausgang
  • Eingänge: 3 x analog
  • Lineare Dämpfung
  • Dämpfungsfaktor (8 Ohm,20-20.000 Hz): 60
  • Frequenzgang: 20Hz - 22kHz
  • Klirranteil: 0,08%
  • Aufnahmeleistung: 130 W
  • Aufnahmeleistung: Standby: 0,1 W
  • RDS
  • Senderspeicher: 40 Stationen
  • Fernbedienung
  • Zubehör: Fernbedienung, UKW - Antenne, AM - Antenne, Batterien, Kabel

Gestern wurde das Teil dann angeliefert (2 Tage Lieferzeit sind echt flott!). Erstmal auspacken und die Optik checken. Schwerer Verstärker, leichter DVD-Player, sehr viele Anschlussmöglichkeiten (von denen ich 2/3 nie nutzen werde) und sehr edle Boxen in schwarzer Klavierlackoptik (aha, daher also “Pianocraft”). Macht sich schonmal gut in meinem Regal! Dann der zweite Blick: Erfrischend wenig Einstellmöglichkeiten (Lautstärke, Bass, Treble und ein paar Konfigurationsgeschichten wie Uhr, Timer, usw.), lediglich die Fernbedienung gibt auch dem geübten Auge zunächst Rätsel auf und fühlt sich im Vergleich zum Rest ziemlich minderwertig an.

Nun aber zum Soundtest. Angefangen mit dem, was das Teil am häufigsten abspielen muss: ordentlichen Rock´n´Roll! Also angefangen mit den Herren von Oasis: Differenzierter Sound, erstaunlich viel Bass (beim Reindrehen) und insgesamt ordentlich Rumms. CD wechseln, “State of The Ark” von “The Ark” ´rein und ordentlich aufgerotzt. Meine Herr´n - da geht was. Ich stehe vor meinem Wohnzimmerregal und kann es kaum fassen: Dieses kleine Sch*@$%&-Teil räumt ganz schön auf. Und die Bässe machen echt Spass - vor allem, wenn´s laut ist. Das will ich genauer wissen: Versuchen wir´s mit was Basslastigem. Meine “Chikinki”-CD würde sich dazu gut eignen - die ist allerdings gerade verliehen. Macht nix, “The Prodigy” tun´s auch! Junge, Junge, das müsst ihr hören. Das alles aus so kleinen Boxen, kaum zu glauben. Meine armen Nachbarn! Selbst die dreckigsten Passagen klingen glasklar, da übersteuert nix, da kratzt nix, da hört man jede Frequenz klar ´raus. Einzig wenn´s wirklich laut wird (für den Hausgebrauch schon nicht mehr erträglich), stört bei ruhigen Passagen (Cash, Eels, Albert Hammond Jr., etc.) ein wenig das Rauschen, das mit produziert wird.

Positiv sei noch erwähnt, dass der DVD-Player zahlreiche Formate unterstützt (Neben DVD auch MP3 (direkt abspielbar - ohne Bildschirm), SVCD, DivX, Picture-Disc, etc.). Ob ich´s je brauchen werde, steht auf einem anderen Blatt…

Fazit: Ich hätte nie gedacht, dass ich soviel Audiospass für 345 EUR bekommen kann. Insgesamt kann ich das Teil jedem nur empfehlen, der gewisse Ansprüche hinsichtlich Sound und Design hat und trotzdem keine mehreren TEUR beim Hifi-Fachhändler lassen will. Die wenigen Einschränkungen sind schnell benannt: Der DVD-Player braucht naturgemäß einen Moment länger zum Laden von CDs und die Fernbedienung ist tatsächlich eine Frechheit (drecks Verarbeitung, DVD-Player nicht voll fernbedienbar, etc.).

Ich frag jetzt gleich mal meine Nachbarn nach ihrem Urteil.

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