Modest Mouse in Frankfurt
Gestern: Endlich das Modest Mouse-Konzert in der Batschkapp, nachdem es am 10. Juni aufgrund der Nachwehen einer Schlägerei zwischen Sänger Isaac Brock und unbekanntem Gegner (wobei ich nach dem gestrigen Erlebnis sicher bin, dass es eine ganze Armee gewesen sein muss) noch ausgefallen war.
Eigentlich hatte ich ja wieder mit einem eher spärlich besuchten Event gerechnet (schließlich besitzt die Band hierzulande trotz “US-Nummer-1-Platzierung” nach wie vor eher Untergrundstatus), doch weit gefehlt: Als wir gegen 21 Uhr dort aufschlugen, war bereits die Hölle los und schnell klar: ausverkauft! Glücklicherweise hatte ich ja bereits vor zwei Monaten meine Karten bestellt, allerdings war es ein wenig schade, da ich zwei Karten hatte, wir allerdings zu dritt waren…
Entsprechend eng war´s dann auch in der Batschkapp. Teilweise auch deshalb, weil neben viel “erwachsenem” Publikum auch wieder einige der Quoten-Teenies den Weg dorthin gefunden hatten, die zwischenzeitlich ziemlich anstrengend und unkomisch auffielen.
Auffallend war, dass sich die Band nach dem Soundcheck ungewohnt viel Zeit ließ, bis sie sich endlich auf die Bühne bequemte. Dafür ging´s dann aber mit ordentlich” Schmackes” los. Interessant und aufsehenerregend von Beginn an die Instrumentierung: Für das Genre eher ausgefallene Instrumente (Banjo, Akkordeon, Cello), zwei komplette Schlagzeuge (die teilweise auch komplett synchron klopften, was das Zeug hielt), viel Rotation (teilweise wusste man nicht mehr, wer eigentlich Bandmitglied und wer Roadie ist, da einige Parts von selbigen übernommen wurden).
Dann natürlich Isaac Brock. Ein Mann wie ein Diktator, manisch in Gestik und Mimik und mit einer Bühnenpräsenz, die Ihresgleichen sucht. Überschlagene Stimme, Verzerrtes Shouting, gepaart mit melodiösem Gesang, der manch einem das Pipi in die Augen trieb.
Schließlich noch: Ex-The-Smith-Gitarrist John Marr, der mittlerweile neben Brock die wohl tragendste Rolle innerhalb der Band eingenommen hat, darüber hinaus (zumindest aus Reihe neun betrachtet) immer noch aussieht wie Anfang 30 und so mit Gitarrenspiel und Posing das Konzert maßgeblich prägte.
Ein äußerst druckvolles, intensives Konzerterlebnis ging dann nach knappen 90 Minuten zu Ende. Schade allerdings, dass sich die “Bescheidenen Mäuse” auch bei der Zugabe wieder heftigst bitten ließen, so dass einige bereits den Glauben daran aufgaben und somit die letzten drei Stücke verpassten. Wer aber eine Band mit anspruchsvollen Songs, Tritt-in-den-Arsch-Performance und einer lebenden Gitarrenlegende erleben will, sollte die nächste Tour keinesfalls verpassen (leider war der gestrige Gig der vorerst letzte in Europa).
Fazit: Eines der besten Konzerte seit langem!